Nele Reinhardt

Kommunikationdesign

 
wkthpostkarte1.jpg

I am not...

Momentan verändert sich in Teilen unserer Gesellschafft das allgemeine Bewusstein für Alltagsrassismus und
diskriminierende Begriffe. U-Bahn-Stationen werden umbenannt und Wörter, wie, „Asylanten“, „Flüchlingswelle“
und „fremdenfeindlich“ verschwinden langsam aus dem alltäglichen Sprachgebrauch. Ich möchte diese
Postkartenserie zum Anlass nehmen, um auf bestimmte Begriffe und Redewendungen hinzuweisen, bei denen
die Problematik vielleicht nicht ganz so offesichtlich ist und die eines genaueren Betrachtens bedarfen. Einige
davon haben sich aus dem Englischen ins Deutsche eingeschlichen und sind besonders in der Jugendsprache
populär.
So zum Besipiel das Wort „savage“. Dies wird heutzutage vor Allem in den Sozialen Medien als Kompliment mit
einer ähnlichen Bedeutung, wie „mutig“ und „temperamentvoll“ verwendet.
Zu einem gleichnamigen Lied haben auf TikTok über 31 Millionen Leute Videos hochgeladen, wie sie Zu dem
Songtext („I`m a savage, ..., ratchet, sassy, moody, nasty..“ ) tanzen. Die wenigen wissen dabei wohl, was für eine
Geschichte dieses Wort in den USA hat. Die Wurzeln des Begriffes liegen im Kolonialismus. Die Ureinwohner
Amerikas wurden von den Kolonialisten als wild, brutal, ungezähmt, zusammenfassend als „savages“ bezeichnet.
Dieser Begriff wurde benutzt um die indigenen Völker zu entmenschlichen und systematische Unterdrückung
zu rechtfertigen.
Ähnlich verhält es sich mit dem Begriff „thug“ , der heutztage fast zu einer sozialakzeptierten Alternative zum
N-Wort geworden ist. Die Wurzeln dieses Begriffs liegen im Hindi und bedeuten so etwas, wie Dieb. Seitdem
dieses Wort den Weg ins Englische gefunden hat, wurde es verwendet, um Afro-Amerikaner als gefährlich, brutal,
und unziviliziert zu bezeichnen und so Gewalt und Diskriminierung gegen sie zu rechtfertigen.
Wie das N-Wort wurde auch die Betitelung „thug“ im späten 20. Jahrhundert von den Afro-Amerikanern zurückerobert
und fand vor Allem über die Hip Hop Kultur den Weg in den Mainstream.
Bei beiden Begriffen „thug“ und „savage“ ist es ganz wichtig zu unterscheiden, wer das Wort heutzutage verwendet.
Selbst wenn die Bedeutung des Wortes sich im Laufe der Zeit zu etwas Positivem entwickelt hat und /
oder von den jeweiligen Gruppen nun als Selbstbetitelung verwendet wird, ist es nicht unser Recht die Begriffe
in unserem Sprachgebrauch zu normalisieren. Denn das ist respektlos den Menschen gegenüber, die von der
bis heute anhaltenden Unterdrückung und Diskriminierung betroffen sind.
Mit meiner dritten Postkarte will ich auf die momentane Situation asiatischer Menschen überall auf der Welt
aufmerksam machen, die angesichts der Corona-Epidemie unter vermehrtem Rassismus leiden. Dieser wird
durch Leute, wie Donald Trump befördert, der darauf beharrt, es einen chinesischen Virus zu nennen. Obwohl
die Ethnizität bei der Ansteckung natürlich keinerlei Rolle spielt, gibt es einen enormen Anstieg bei rassistischen
Vorfällen gegen asiatisch gelesene Personen.
In der vierten Postkarte thematisiere ich die Problematik mit dem Begriff „illegale Einwanderer“, der leider
immer noch zu häufig verwendet wird, obwohl, zumindest in linken Kreisen, der Slogan „kein Mensch ist illegal“
schon lange kursiert. In dem man einen Mensch als illegal bezeichnet, beraubt man ihm seines Respekts und
seiner Menschlichkeit.
Abschließend wollte ich mit der letzten Postkarte einen Appell an die Leute richten, wie man sich verhalten
sollte, wenn man darauf hingewiesen wird, dass man ein beleidigendes Wort verwendet. dabei habe ich mich
auf einen Artikel von Chrissy King.