Johanne Friedrich

Kommunikationsdesign

 
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Word watching - Words matter

Wir sind durchgehend von Worten Umgeben.


unser gehirn erzeugt jedesmal wenn wir einem wort ausgesetzt sind, sei es gesprochen oder geschrieben, eine verknüpfung, eine abbildung, eine assoziation - ein gefühl. in diesem projekt visualisiere ich die enthumanisierung durch begrifflichkeiten, die unsere alltagssprache umfasst. das unterbewusstsein assoziiert bei worten wie « Asylant », « abschiebung » oder « Flüchtlingswelle » eine vielzahl negativer abbilder und interpreationen in unserer wahrnehmung. bleiben

wir bei dem beispiel « asylant ». ein mensch wird nicht mehr als individuum, das asyl sucht, angesehen. nicht etwa sein beruf, zb. krankenschwester oder andere emotionale qualitäten wie liebende mutter werden mit der person in verbindung gebracht. nein, dieser begriff hier reduziert, diskriminiert und entmenschlicht - oft wird ein wildes durcheinander aus bildern von gewalt, obdachlosigkeit, schmutz oder minderwertigkeit unterbewusst hervorgerufen. ähnlich bei dem begriff « abschiebung », der auch in der geologie verwendet wird. hier meint er eine verwerfung, eine bruchstelle im gestein wo die schichten nach unten geschoben werden. diese zweite bedeutung resoniert sehr gut mit meiner ersten assoziation, die mein unterbewusstsein beim hören des wortes erzeugt. nämlich das grobe beseitigen von dreckmassen, etwas was man nicht da haben möchte. etwas stört und ist schwierig zu handhaben, gewaltige kraft ist von nöten um es zu entfernen. wichtig ist ebenso zu verstehen, dass die macht der worte oft nicht refl ektiert wird, es steht nicht zwingend eine bewusste negative absicht dahinter. das kann man als gut oder auch schlecht bewerten - dennoch entsteht raum für zukünftig verändertes sprachbewusstsein. für sensiblen umgang mit worten. um Achtsamkeit und empathie zu beweisen. immer ist zeit zur reflexion.