Barnabás Böröcz

Kommunikationsdesign

 
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We are all the same

Rassismus – ein Thema aktueller denn je; ein Thema dass immer aktuell sein muss. 
»Japse«, »Kanake« oder »Neger« sind Begriffe die jeder schon mal gehört – oder sogar benutzt hat. Begrifflichkeiten die Menschen verletzen. Weiße verwenden sie oft zur Diskriminierung von Menschen, die anders aussehen. 
Doch woher kommen diese Begriffe? Und wieso sind diese in unserem alltäglichen Wortschatz? Dysphemismus ist ein Fachbegriff aus der Sprachwissenschaft für einen sprachlichen Ausdruck, der über Personen, Dinge oder Sachverhalte eine negative Wertung beinhaltet oder negative Assoziationen zu diesen weckt. Darum geht es in meinem Projekt »We Are All The Same«. Als Kind zum Beispiel lernte ich, dass das Wort »Nigger« ein klares Schimpfwort ist, aber das andere »N-Wort« dagegen Menschen beschreibt, die afrikanische Wurzeln haben. Das war gerade einmal 15 Jahre her. Begriffe, die aus der Zeit des Sklavenhandels und der Rassentheorie stammen, sollten Jahrhunderte später nicht noch gelehrt werden und als O.K verkauft werden. Diese Problematik greifen meine Postkarten auf, diese vier unterschiedliche Hauttöne zeigen und einen Spiegel. Dabei orientierte ich mich an Linné’s Rassentheorie – den roten Amerikaner, den blaßgelben Asiaten und den schwarzen Afrikaner. Die weißen Europäer wurden durch den Spiegel ersetzt und es kamen noch die Roma hinzu. Es befinden sich jeweils drei negative Begriffe, die den jeweiligen Hauttönen zugewiesen sind. Die Begriffe sind in Fraktur geschrieben und genau diese Rufwörter wie »Japse«, »Kanake« oder »Neger«, die jeweils auf dem ’dazugehörigen’ Hautton liegen. Begriffe können gestapelt, abgenommen, vertauscht oder auf den Spiegel platziert werden. Der Spiegel repräsentiert viele Dinge, je nach dem wer ihn betrachtet. Weiße geraten in die Position der Person, die den Begriffe sagt bzw. anderen vorwirft. Eine Person of Color bekommt den Begriff auf die Stirn geschrieben und wird dem Gleich abgestempelt. Des Weiteren befinden sich noch sehr viele weitere Deutungen hinter den verschiedenen Anordnungen der Begriffe. Denn was passiert, wenn alle Begriffe auf den Spiegel getan werden? Oder man den Begriff »Japse« auf einen anderen Hautton legt? 
Eine weitere Botschaft des Projekts liegt auf der Rückseite der Postkarten – ein Puzzel. Bei einem Puzzel müssen Puzzleteile zu einem Ganzen zusammenzusetzen werden. Werden die Postkarten richtig angeordnet kommt  dabei ein großer Fingerabdruck raus. Fingerabdrücke sind alle individuell – genau wie wir Menschen – doch wir alle haben einen, denn wir sind alles Menschen. »We Are All The Same«und sollten unsere Mitmenschen genau so behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte, mit Respekt und ohne jeglicher Diskriminierung.