Anna Piotrowska

Kommunikationdesign

 
Postkarten_AnnaPiotrowska_572103-1.png

 Auch „Positiv“ ist rassistisch

 Es gibt viele Formen des Rassismus. Diffamierenden, abwertenden, ausgrenzenden... die Liste ist sehr lang. Doch „positiver“ Rassismus ist versteckt, schleichend, von vielen akzeptiert und unerkannt, denn: man entwertet damit niemanden, zumindest glaubt man das. „Positiv“ in dem Kontext Rassismus ist alles andere als angebracht zu verstehen, denn Rassismus kann das nie sein. ¹

Filme, Medien, Urlaubsreisen. All jenes führt zu diesen positiv gewerteten Verallgemeinerungen, die auf ganze Menschengruppen projiziert werden, obwohl man tatsächlich nur einen kleinen Eindruck über einzelne Individuen gesammelt hat, welche dann noch aus dem Zusammenhang gerissen wurden.

Dieses gesammelte Pseudo-Wissen führt zu Erwartungen an die gegenüber stehende Person, die durch angeborene äußere Merkmale erzeugt werden. Somit glaubt man zu wissen wen man vor sich zu stehen hat, ohne ihn vorher die Chance des Kennenlernens zu geben. Die Person gegenüber wird nicht als tatsächliches Individuum betrachtet. Und wenn dann auch noch diese Erwartung nicht erfüllt wird, weil eben nicht die äußeren Merkmale, wie zum Beispiel Hautfarbe oder Augenform für Interessen und Fähigkeiten zuständig sind, kommt es zur Ernüchterung. ² 

Jene unzureichend begründeten Erwartungen setzen Menschen unnötig unter Druck etwas leisten zu können oder müssen, was ihrer persönlichen Natur widerstrebt. Es macht sich schnell ein Gefühl des anders und falsch seins breit, wenn man jene nicht erfüllt.

Auch das Anerkennen eines Individuums „Du bist okay, du bist anders, du bist nicht wie die“ ist mehr als Hohn und behält den faden Beigeschmack des Fremdseins, denn weiterhin wird dieser wegen seiner als anders gewerteten Attribute bewertet. Außerdem hat dies zufolge, dass eine Gruppe abgewertet wird, nämlich die, mit der der Vergleich gezogen wird.

Dort wo eine Gruppe bevorzugt und positiv gesehen wird, wird eine andere immer als negativ gewertet. Es ist wichtig, dass wir die Verbindung zwischen angeborenen Merkmalen, Persönlichkeit und Herkunft trennen.

Ich möchte dazu anregen diese positiv gemeinten Vorurteile in das Bewusstsein holen und die eigenen Denkmuster zu überführen. Wir alle möchten wegen unserer Qualitäten anerkannt werden und nicht wegen eines Hirngespinsts anderer.

 Quellen:

¹ vgl. dieReiseMona: youthreporter.eu - Schon einmal etwas von positivem Rassismus gehört? (26.04.2018) unter: https://www.youthreporter.eu/de/beitrag/schon-einmal-etwas-von-positivem-rassismus-gehoert.14341/#.XzFI0CgzaUk (abgerufen am 10.08.2020)

² vgl.Mona Schäffer: wmn. - Positiver Rassismus: Warum er unvermeidbar scheint (01.03.2020) unter: https://www.wmn.de/lifestyle/social-life/positiver-rassismus-id6486 (abgerufen am 10.08.2020)

ver.di JUGEND - Argumente – so könnt ihr diskutieren: Rassismus unter: https://www.aktiv-gegen-diskriminierung.info/argumente/rassismus (abgerufen am 10.08.2020)